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"Frieden und Gerechtigkeit gestalten - Nein zum Krieg"

Internationale öffentliche Gegenveranstaltung
zur "Sicherheits" - Konferenz in München 2./3. und 10. Februar 2007

 
 
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Thematisches Konzept für die Münchner Friedenskonferenz 2007 (Entwurfsfassung 9)

Wege zu Sicherheit ohne militärische Gewalt

„Stehende Heere sollen mit der Zeit ganz aufhören. Denn sie bedrohen andere Staaten unaufhörlich mit Krieg, durch die Bereitschaft, immer dazu gerüstet zu erscheinen; reitzen diese an, sich einander in Menge der Gerüsteten, die keine Grenzen kennt, zu übertreffen, und, indem durch die darauf verwandten Kosten der Friede endlich noch drückender wird als ein kurzer Krieg, so sind sie selbst Ursache von Angriffskriegen, (Immanuel Kant: „Zum ewigen Frieden")

Unabhängig von geschichtskausalen Zusammenhängen und Schuldfragen müssen wir in globaler Sicht feststellen, dass im vergangenen Jahrhundert durch die militärischen Gewaltpotentiale mehr als 100 Millionen Menschen getötet worden sind und noch weit mehr Menschen Verletzungen und unsägliches Leid erfahren haben. Deshalb muss unabhängig von „guten" oder „bösen" Streitkräften gefragt werden: Sind es nicht eigentlich die militärischen Potentiale und die sie tragende Gewalt-Kultur an sich, die die Sicherheit der Menschen bedrohen? Initiieren sie doch z.B. das atomare Wettrüsten, verhindern echte Konfliktlösungen und lassen diese unvorstellbar erscheinen.

Die Münchner Friedenskonferenz 2007 (1) thematisiert diese Frage und zeigt in drei Teilen alternative Wege auf:

1. Konfliktlösung ohne Militär

  • Militärische Gewaltpotentiale, Hindernis für echte Konfliktlösungen (Zementierung des Gewaltvertrauens, Verstärkung von Feindbildern, Erzeugung von Angst und Misstrauen, Polarisierung von Konflikten, Schaffen von Konfliktfeldern durch Machtansprüche, Wettrüsten, Rüstungsexport / Waffenhandel, Ressourcenvernichtung, Überschuldung, Verarmung, Beispiele)
  • Gewaltfreie Konfliktlösungskonzepte und Voraussetzungen dafür, Methode und Chancen friedlicher Konfliktlösungen mit Vorschlägen für aktuelle Konflikte (Naher Osten, Iran, Nordkorea o.a.)

2. Costa Rica als Beispiel eines Staates ohne Militär

  • Geschichte Costa Ricas und seines Verzichts auf ein militärisches Gewaltpotential
  • Wirkungen auf das Gemeinwohl (Friedfertigkeit/Kriminalität, Wohlstand/Armut, soziale Gerechtigkeit, demokratische Stabilität, ökologische Orientierung, Energiefrage)
  • Wirkungen auf die Nachbarn (Angst, Misstrauen) und internationale Wirkungen
  • Umgang mit dem ökonomisch-militärischem Aspekt der Globalisierung

3. Alternativen und Visionen (für Deutschland und Europa)

  • Abkehr vom militärischen Gewaltpotential: Wie kann die Umsteuerung funktionieren? (Förderung und Entwicklung von Friedenskultur
  • Außen- und internationale Politik ohne militärische Macht (Monitoring-Projekt, …)
  • Haushaltsumschichtung zugunsten ziviler Aufgaben (erneuerbare Energie, soziale Sicherheit, Integration von Ausländern, Bildungsgerechtigkeit, Friedensarbeit, Zivilsteuergesetz u.a.m.)

Den ersten Teil wird der norwegische Friedensforscher Prof. Johan Galtung (2) referieren, den zweiten Teil der Botschafter Costa Ricas in Berlin, Dr. Bernd Niehaus und den dritten Teil der Schirmherr der Friedenskonferenz, Prof. Dr. Hans-Peter Dürr2. Die Moderation übernimmt Clemens Ronnefeldt, Referent des Versöhnungsbundes für Friedensfragen.

Termin: Freitag den 2. Februar 2007 von 19:00 bis 22:00 Uhr,
Ort: München, Alter Rathaussaal Marienplatz

1. Die Münchner Friedenskonferenz versteht dieses Programm als Kontrastprogramm gegenüber der parallel
stattfindenden Münchner Konferenz für „Sicherheitspolitik", die Sicherheit im militärischen Kontext begreift.

2. J. Galtung und H-P. Dürr wurden 1987 beide mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet