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"Frieden und Gerechtigkeit gestalten - Nein zum Krieg"Archiv 2006 | |||||||||||||
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ReferentenRedebeitrag Dieter Wenderlein
Dieter Wenderlein ist der deutsche Sprecher der Gemeinschaft Sant'Egidio. Die Ge-meinschaft entstand im Jahr 1968 in Rom in den Jahren nach dem Zweiten Vatikani-schen Konzil. Heute ist sie eine Laienbewegung, zu der mehr als 50.000 Personen gehören. Sie setzt sich in Rom, in Italien und in mehr als 70 Ländern der Welt für die Weitergabe des Evangeliums und im Dienst an den Armen ein. Sant'Egidio ist ein "Öffentlicher Verein von Gläubigen" in der Kirche. Die verschiedenen Gemeinschaf-ten auf der ganzen Welt sind durch dieselbe Spiritualität und die Grundlagen miteinander verbunden, die den Weg von Sant'Egidio kennzeichnen. Mosambik stellt für Sant' Egidio den verlassenen Kontinent Afrika dar, in den Fängen eines Konfliktes, der bisher bereits unzählige Opfer forderte und die Versuche schwierig machte, das Leid der Bevölkerung während der Hungersnöte in der zweiten Hälfte der 80er Jahre zu lindern. In kürzester Zeit sandte die Gemeinschaft Flugzeuge und Schiffe mit Lebensmitteln, Kleidung, lebensnotwendigen Artikeln, aber auch Werkzeugen in das Land. Eine der-artige humanitäre Anstrengung nutzte zudem dem Bemühen, ein "Tauwetter" zwi-schen der Regierung und der katholischen Kirche herbeizuführen, die bis dahin als "Feindin des Volkes" angesehen wurde. Doch jede Hilfe schien von den Kampfhand-lungen verschlungen zu werden. Nach und nach wurde die Notwendigkeit offensicht-lich, das Hauptproblem anzugehen, nämlich die Versöhnung zwischen der Regierung der Frente de Liberaçao de Moçambique (FRELIMO) und der Guerilla Resistencia Na-cional de Moçambique (RENAMO). Der Übergang von Sant'Egidio vom Terrain der humanitären Hilfe zu jenem wider-sprüchlichen - Gebiet der Politik geschah genau an diesem Punkt: Viele westliche Re-gierungen dachten damals, dass der Konflikt in Mosambik erst nach der Lösung des Apartheidproblems in Südafrika angegangen werden könnte. Das Ergebnis war eine Untätigkeit gegenüber einem Konflikt, der zu jener Zeit bereits mehr als 10 Jahre an-dauerte und eine enorme Anzahl an Opfern und Vertriebenen gefordert hatte. Sant'E-gidio hatte eine andere Wahrnehmung der Situation: Trotz der historischen Bindun-gen an die allgemeine Situation des südlichen Afrika stellte man bei beiden Konflikt-parteien fest, dass das Vertrauen in eine militärische Lösung immer weiter nachließ. Gleichzeitig kristallisierten sich interne Gründe für den Konflikt heraus, die eine un-begrenzte Fortsetzung zur Folge gehabt hätten. Nach verschiedenen Bemühungen, institutionelle Unterstützung zu finden, bot sich die Gemeinschaft Sant'Egidio direkt als "Vermittler" an. Es wurden zuverlässige Kon-takte mit der Guerilla der RENAMO aufgenommen. Die Verhandlungen begannen unter großen Schwierigkeiten. Kontakt: über die Gemeinschaft SantÈgidio Deutschland |